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FRANK WALTER

Eine Retrospektive
16. Mai — 15. November 2020


Im Dialog mit JOHN AKOMFRAH, KHALIK ALLAH, KADER ATTIA, MARCEL BROODTHAERS, JULIEN CREUZET, BIRGIT HEIN, ISAAC JULIEN, KAPWANI KIWANGA, CAROLYN LAZARD, JULIA PHILLIPS, HOWARDENA PINDELL, ROSEMARIE TROCKEL

„Our crown has already been bought and paid for. All we have to do is wear it.“ James Baldwin

Es existieren keinen klassischen Frank Walter. Sein malerisches Spektrum ist frei und weit. Sein Blick ist der eigene. Sein Werk scheint in Opposition zu den permanenten Zuschreibungen in Sachen Rassifizierung und Nation zu stehen, denen er sein Leben lang ausgesetzt war. Seine kosmologischen Malereien erstrahlen transzendental, seine abstrakten Werke sind systematisch, seine figurative Malerei besticht in ihrer Individualität und seine Landschaften erstarken in deutlichen Abstraktionen. Alle Arbeiten sind von ausgefallener Transparenz und Direktheit. Die Konzentration, die ebenfalls auf die Körpergröße der Werke zurückzuführen ist, eröffnet einen unverstellten Account. So vielschichtig Frank Walters Themen sind, in dieser Art andersartig sind seine Materialien. Er schuf Arbeiten auf Holz, Masonit, Pappe, Papier, Linoleum oder Rückseiten von Fotografien, malte und zeichnete mit Ölfarben, Tempera, Wasserfarben, Bunt- und Bleistiften, Schellack, Glitzer. Wenn er nicht malte, danach schrieb er, wenn er nicht schrieb, fertigte er Tonaufnahmen an. Walter schuf in einer unglaublichen Grad, die gleichwohl in seinem Werk sichtbar und spürbar ist. Allein in der Kunst war er frei. Frei von der Brutalität, die in den Zuschreibungen des Normativen lag und die extern seines Kunstschaffens permanent anwesend war. Der hierdurch passende subversive Akt war für Frank Walter die alleinige Möglichkeit, den Güte zu erheben, ein eigenes, selbstbestimmtes und selbstdefiniertes Leben zu führen.
Das Werk des in Antigua und Barbuda geborenen Künstlers Frank Walter (1926–2009) umfasst reihenweise Malereien, Zeichnungen, Skulpturen und Schriften, die aktuell zum ersten Mal in einem Museum dargeboten werden.
Die Arbeiten von John Akomfrah, Khalik Allah, Kader Attia, Marcel Broodthaers, Birgit Hein, Isaac Julien, Julia Phillips, Howardena Pindell und Rosemarie Trockel zeugen von der Geschichte und Anwesenheit des Kolonialismus in der Karibik sowohl den geistesgeschichtlichen Kontexten des kolonialen und postkolonialen Denkens. Sie thematisieren das optische Regime von Rassismen, die ebenso im exotisierenden Blick Ausdruck finden und beschreiben die Komplexität von Identität, Anspruch und Rassifizierung. Eigens für die Ausstellung haben Julien Creuzet, Kapwani Kiwanga und Carolyn Lazard neumodische Werke geschaffen.

Quelle: (Webseite MMK)

> MMK Museum für Moderne Kunst

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